irina.cerchez • 10. Februar 2017
irina.cerchez • 10. Februar 2017
"Angst vor Sex: Warum jetzt das ?"
Plötzliche Angst vor sexueller Nähe in der Ehe kann verunsichernd sein, ist jedoch ein psychologisch bekanntes Phänomen mit verschiedenen Ursachen. Im Jahr 2026 wird dieses Thema oft unter Begriffen wie Sexuelle Aversionsstörung oder dem Sudden Repulsion Syndrom („Ick“-Gefühl) diskutiert.
Mögliche Ursachen:
- Die Auslöser sind vielfältig und können sowohl psychischer als auch physischer Natur sein:
- Psychische Schutzmechanismen: Angst vor Nähe dient oft als Schutzschild gegen befürchtete Verletzungen oder Kontrollverlust.
- Vergangene Traumata: Unterdrückte negative Erfahrungen (Missbrauch, Enttäuschungen) können plötzlich durch bestimmte Situationen reaktiviert werden.
- Erwartungsdruck: Die Sorge, den Partner sexuell nicht zufriedenstellen zu können, kann in eine Abwehrhaltung umschlagen.
- Beziehungsdynamik: Ungeklärte Konflikte, das Gefühl von Einengung oder eine schleichende Entfremdung äußern sich oft zuerst körperlich.
- Medizinische Faktoren: Hormonelle Veränderungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten können die Libido und das Empfinden von Nähe massiv beeinflussen.
Hilfreiche Ansätze:
- Offene Kommunikation: Sprechen Sie das Gefühl an, ohne dem Partner Vorwürfe zu machen. Erklären Sie, dass es sich um eine innere Angst handelt, nicht um eine bewusste Ablehnung der Person.
- Druck herausnehmen: Vereinbaren Sie körperliche Nähe ohne das Ziel von Geschlechtsverkehr (z. B. Kuscheln, Massagen), um das Vertrauen in die Berührung wiederherzustellen (Sensate Focus).
- Professionelle Unterstützung:
- Sexualtherapie oder Paarberatung helfen, die tieferliegenden Ursachen zu verstehen.
- Ein Check-up beim Hausarzt oder Gynäkologen kann körperliche Ursachen ausschließen.
- Verhaltenstherapie: Ansätze wie die systemische Desensibilisierung helfen dabei, die Angst vor körperlichen Reizen schrittweise abzubauen.
Wichtig: Wenn die Angst länger als drei Monate anhält oder massiven Leidensdruck verursacht, wird empfohlen, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
